Boire bon, modérément pour boire longtemps. (Spruch Charolles)

Massimo Agostinis

Zu meiner Person:

Mit 17 tranken wir Wein aus der Milchgugge. Er kostete 1.80 Fr. Später kam der Chianti aus der Strohflasche. Dann folgten Jahre mit irgendwelchen Weinen aus irgendwo. Das war ganz ok. Bis ich 6 Jahre in Rom lebte - und mich über meine Weinignoranz zu ärgern begann. Da machte ich eine Sommelier-Ausbildung. Jetzt habe ich meine kleine Weinhandlung im Bachlettenquartier in Basel - und liefere in die ganze Schweiz. Zudem lade ich hin und wieder Köchinnen und Köche aus Italien nach Basel ein, die meine Gäste bekochen werden.

Benvenuti!

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Wein - schon seit ewig globalisiert

Auf Ischia vor Neapel machte es „Klick“. In Sachen Weingeschichte meine ich. Dort kann man heute noch die etruskische und griechische Rebkultur bewundern: Im Norden der Insel die geordneten Reihen des griechischen Rebbaus, im Süden die wildwuchernden Stöcke nach etruskischer Façon. Und wer vor dem Scherbenberg in Rom steht – dort wohnte ich - und im französischen Mâcon ähnliche Berge mit kaputten Amphoren aus Römerzeiten sieht, begreift schnell: Der Wein war schon vor 2000 Jahren ein globalisiertes Produkt.

der grosse Durst

All das weckte meinen Durst – nach mehr Wissen und besserem Wein. Also liess ich mich in Rom zum Sommelier ausbilden (FIS). Da lernte ich mit Gaumen UND Worten trinken und viel viel Weingeschichte. All das gibt’s bei meinen Weindegustationen im Bachlettenquartier in Basel zu hören – wohldosiert, versteht sich…und manchmal steht dazu auch etwas in meinem Weinblog. Obwohl ich Facebook nicht mag, auch hier

Mein Weincredo

Ich interessiere mich für Winzerinnen und Winzer, die nach biologischen oder bio-dynamischen Grundsätzen arbeiten, ihre Weine nicht schönen, filtern oder schwefeln und Winzer, die ihre Reben an Steillagen trotz Schweiss und wenig Lohn weiter pflegen. Das Wichtigste bei allem bleibt aber: Die Weine müssen schmecken. Deshalb schaffen es auch Winzer in meinen Weinkeller in Basel, die keine Gütesiegel auf ihre Flaschen pappen dürfen oder wollen. Hauptsache, sie produzieren guten Wein.

Damit ich weiss, was ich verkaufe, kenne ich alle Winzerinnen und Winzer persönlich. Meine Weine importiere ich selber. Deshalb trifft man mich hin und wieder wartend an Zollübergängen.

Meine Weine

Bei meiner Weinauswahl lege ich das Gewicht auf die „simplen“ Weine. Am liebsten auf solche, die aus einer einzigen Rebsorte gemacht sind und kein langes Bad im kleinen, neuen Fass hinter sich haben. Nur so kann ich - vielleicht - die Traubensorte herausriechen und Schlüsse auf Region, Boden und Klima ziehen. Dann beginnt der Wein zu sprechen und das Sommelier-Kauderwelsch kriegt einen Sinn. Ich kann dieses blabla natürlich auch sein lassen und mich an Geschmack und Wirkung des Weins erfreuen. Das ist auch ok. Fakt ist: Ich hab‘ die sortenreinen Weine ohne übertriebenen Barrique-Einsatz einfach lieber.

Am meisten Flaschen habe ich aus Italien, da ich davon am meisten verstehe. Immer faszinierter bin ich von französischen Weinen. Ein paar Süddeutsche habe ich auch. Weil sie gleich von ennet der Grenze kommen. Auf Schweizer Weine verzichte ich vorderhand. Auch wenn ich mir überlege, ein paar Weinflaschen aus der Region Basel aufzunehmen.

Naturweine, Bio, Biodynamisch

Vor 30 Jahren ging die erste Bio- und Naturweinwelle los. Das war interessant. Nur: Die Weine waren meist grauenhaft. Aber sie waren bio. Das gab etwas Halt angesichts des wenig Erfreulichen im Glas.

Heute hat sich das gottlob geändert. Eine neue Generation von Winzerinnen und Winzern ist am Werk, die weiss: bio, biodynamisch oder Naturwein reicht nicht. Der Wein muss gut sein. Bei den Naturweinen müssen wir uns wieder an die fremd gewordenen Geschmacksnoten gewöhnen. Ganz sachte. Zum Beispiel an meinen Weinanlässen. Die sind nämlich interessant.

Herzlich willkommen.